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Wissenswertes über Herzogenbuchsee

Der auf einer Moräne des Rhonegletschers aus der letzten Eiszeit erbaute Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits vor zehntausend Jahren war die Gegend rund um den Inkwilersee und Burgäschisee besiedelt. An verschiedenen Stellen rund um die heutige reformierte Kirche wurden Fundamente von römischen Gebäuden aus der Zeit um 200 n. Chr. gefunden. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen puhsa (Buchsa gesprochen, vom Lateinischen buxum, was Buchs 

bedeutet) datiert aus dem Jahr 886 in den Schriften des Klosters St.Gallen. Das Dorf gehörte damals nach diversen Teilungen des europäischen Grossreiches der Karolinger zum ostfränkischen Reich. Um 920 wurde die Region vom Burgunder-König Rudolf besetzt und gehörte ab 1033 als burgundischer Reichsteil zum deutschen Kaiserreich. In den folgenden Jahrhunderten stand Herzogenbuchsee unter  der Herrschaft der die Burgunder regional vertretenden Zähringer, der Kyburger und danach unter Altbernischer Hoheit innerhalb der Eidgenossenschaft. Der Name «Herzogenbuchze» erscheint erstmals 1301 in einer Urkunde. Es scheint, dass er zur Unterscheidung von Münchenbuchsee eingeführt wurde und auf das damals die Herrschaft über das Dorf ausübende Adelshaus Kyburg bezogen war. Die letzte Schlacht im Schweizer Bauernkrieg fand am 7. Juni 1653 in Herzogenbuchsee statt. Das Dorf ging während der Kampfhandlungen in Flammen auf.

 

 

Gemeindehaus

Mit dem Bau der Strasse Bern–Lenzburg durch den Sonnenplatz von Herzogenbuchsee und der Verbindung Herzogenbuchsee–Wiedlisbach–Balsthal–Basel wird Herzogenbuchsee ab 1742 einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Mittellland. 1824 wird Albert Bitzius, oder Jeremias Gotthelf, so sein späterer Künstlername, Vikar in Herzogenbuchsee. Noch ist er kein Schriftsteller. Er mischt aber in der lokalen Bildungspolitik mit und überwirft sich mit dem Wangener Oberamtmann. 1829 muss er deswegen Buchsi verlassen. 1827 hat sich die Tochter seines vorgesetzten Pfarrers, Marie Sophie Hemmann, unglücklich in Gotthelf verliebt. Die depressive, kränkliche Sophie starb drei Jahre nach Gotthelfs Wegzug.

Bei der Volkszählung von 1850 lebten exakt 1525 Menschen im florierenden Bauerndorf. 1857 wurde in Herzogenbuchsee der erste Bahnhof auf Berner Boden eröffnet und so – mit dem aufstrebenden  Käsehandel – die künftige Industrialisierung eingeleitet. Die Hauptstrasse verband Herzogenbuchsee  mit den nationalen Zentren Bern und Zürich. So wuchs das Dorf während der einsetzenden Industrialisierung um jeweils 200 bis 300 Personen pro Jahrzehnt weiter und es wurde zu einem der wichtigsten Schuhproduzenten der Schweiz. So richtig zu florieren begann Herzogenbuchsee erneut in den 1960er-Jahren mit einem starken Bevölkerungswachstum von deutlich unter 4000 auf rund 5000 Einwohner. Durch die Fusion mit dem kleineren Nachbarn Oberönz ist die Einwohnerzahl im Jahr 2008 sprunghaft um fast 1000 Personen angestiegen. Am 31. Dezember 2019 lebten 7477 Personen im Dorf.

 

Unter dem Namen «Strategie 2030» präsentierte Herzogenbuchsee seine Vision zur Entwicklung der Gemeinde in den nächsten Jahren. Gemäss dieser soll sich die Gemeinde weiterhin positiv entwickeln und zu einem regionalen Zentrum mit städtischem Flair werden, das den Charme einer ländlichen Gemeinde ausstrahlt. Am Ortsrand dominiert das Dörfliche, während im Zentrum beidseits des Bahnhofs ein urbanes Buchsi entstehen soll. Die Überbauung der Industriebrachen westlich der Bahn sowie die Umgestaltung des jetzigen Bahnhofquartiers östlich der Gleise sind raumplanerisch hoch attraktiv und entscheidend für die Entwicklung von Herzogenbuchsee.